Die zwei Formen der Abwasserentsorgung

Santinel

Der tägliche Wasserverbrauch in Deutschland liegt zwischen 120 und 123 Litern pro Person. Dass dieser Wert im letzten Jahrzehnt sukzessive gesunken ist, verdeutlicht den gesteigerten Wert, der dem Umweltschutz mittlerweile zugesprochen wird. Dennoch wissen viele Menschen immer noch nicht, was mit ihrem Abwasser passiert, nachdem es abgeflossen ist. Mehr Infos über dieses Thema sollen Interessierte nun in diesem Artikel erhalten.

Die zentrale Abwasserentsorgung

Die meisten Privathaushalte sind durch einen Anschluss mit dem öffentlichen Entsorgungssystem ihrer Kommune oder Stadt verbunden. Eine Freigefälleleitung leitet das benutzte Wasser in die örtliche Kanalisation. Ein Kontrollschacht sorgt außerdem dafür, dass das Abwasser nicht wieder zurück in den Haushalt fließen kann.

In Deutschland sind über 95 % aller Haushalte an dieses zentralisierte System angeschlossen. Die Eigentümer der Häuser müssen für ihre Abwasserentsorgung Gebühren an die Unternehmen zahlen, da sie dafür sorgen, dass keine Verunreinigungen in den Boden und damit in das Grundwasser sickern.

Die dezentralisierte Abwasserentsorgung

Bei dieser Form kann das Schmutzwasser entweder in Sammelgruben oder in Kleinkläranlagen entsorgt werden. Die Gruben und Anlagen dürfen jedoch nicht willkürlich, sondern nur mit einer Bewilligung der zuständigen Behörde eingerichtet werden.

Die Leerung der Sammelgruben kostet ihre Besitzer zwischen 200 € und 300 € und sind in ihrer Haltung damit wesentlich teurer, als die Kleinkläranlagen, deren Leerung auf über 150 € geschätzt werden darf. Dieser Unterschied scheint auf den ersten Blick marginal. Die Anlagen müssen allerdings nur ein- bis zweimal im Jahr gereinigt werden, während die Gruben diese Dienstleistung viel häufiger in Anspruch nehmen.

Die Kleinkläranlagen beispielsweise werden häufig in abgelegeneren Gegenden verwendet, da der Anschluss an das nächste Zentralsystem einen zu großen logistischen und finanziellen Aufwand bedeuten würde. Die Installation einer solchen Einrichtung wird indes nur bewilligt, wenn in den nächsten 15 Jahren kein Anschluss an ein öffentliches Abwassersystem erfolgt, da die aufgewendeten Mittel ansonsten verschwendet wären.